Bakerzyste
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Beschreibung
Eine Bakerzyste (auch Baker-Zyste oder Poplitealzyste) ist eine mit Flüssigkeit (Gelenkflüssigkeit, Synovialflüssigkeit) gefüllte Ausstülpung in der Kniekehle. Ihren Ausgangspunkt nimmt die Zyste an zwei Schleimbeuteln, die sich an der Innenseite der Kniekehle befinden. Sie heißen Bursa subtendinea m. gastrocnemii medialis und Bursa m. semimembranosi. In einem ersten Schritt verschmelzen diese beiden Schleimbeutel zu einem großen. Läuft nun auch noch Flüssigkeit aus dem Kniegelenk in den großen Schleimbeutel, bildet sich die Bakerzyste. Der mit Gelenkflüssigkeit gefüllte Schleimbeutel ist oft viel größer als die beiden einzelnen Schleimbeutel und ruft häufig eine schmerzhafte Schwellung am Kniegelenk hervor. Erste Beschreibungen der poplitealen Zyste stammen von den Forschern Dupuytren (1828) und Adams (1840). Im Jahr 1877 erforschte der britische Chirurg William Morrant Baker den Zusammenhang zwischen der Kniekehlenzyste und ´´Kniearthrose (Gonarthrose)´´. Seit diesem Zeitpunkt wird die Poplitealzyste meist als Bakerzyste bezeichnet.
Symptome
Viele Betroffene klagen über ein Druckgefühl im Bereich der Kniekehle. Die Schmerzen können bis in die Wade (Zwillingswadenmuskel / Musculus gastrocnemius) ausstrahlen. Häufig treten die Beschwerden bei vollständiger Streckung oder Beugung des Kniegelenks sowie nach ungewöhnlich starker Belastung auf.
Ist die Bakerzyste nicht gereizt und geschwollen, zeigen sich meist keine Beschwerden. Vor allem bei großen Bakerzysten können jedoch folgende Symptome auftreten:
- Mehr oder minder ausgeprägte Schwellung in der Kniekehle. Die flüssigkeitsgefüllte popliteale Zyste hat dann bereits eine Größe von zwei Zentimetern oder mehr erreicht.
- Da sich in der Zyste Flüssigkeit ansammelt, kann sie unter der Haut ertastet werden.
- Unterschiedlich stark ausgeprägtes Druckgefühl an der Innenseite der Kniekehle. Bei stärkeren Beschwerden strahlen die Schmerzen auch bis in die Wadenmuskulatur aus uns sind auch in Phasen der Ruhe spürbar.
In extremen Fällen kann es zu einem Taubheitsgefühl oder sogar zu Lähmungen vom Knie abwärts kommen. Eine Bakerzyste kann auch platzen (Ruptur der Bakerzyste) wenn sie mit viel Flüssigkeit gefüllt ist und großem Druck ausgesetzt ist. Längeres Sitzen kann dazu bereits ausreichen. Bei einer Ruptur läuft der Zysteninhalt ins Gewebe rund ums Kniegelenk und verursacht eine schmerzhafte Schwellung mittig am Unterschenkel.
Ursache und Risikofaktoren
Es werden primäre und sekundäre Bakerzysten unterschieden:
- Primäre Poplitealzysten werden bereits ab dem ersten Lebensjahrzehnt beobachtet. Sie gelten als angeboren und verursachen größtenteils keine Beschwerden.
- Sekundäre Zysten entstehen aufgrund von Verletzungen rund um das Kniegelenk. Dazu gehören typischerweise Meniskusrisse, Meniskusläsionen (Verletzungen am Meniskus, Meniskusschäden) sowie Läsionen am vorderen Kreuzband. Aber auch Arthrose oder Arthritis (mit schweren Entzündungen) im Kniegelenk sowie Knorpelschäden erhöhen das Entstehungsrisiko von Bakerzysten.
Behandlung
Bei der Therapie unterscheidet man zwischen symptomatischen und kausalen Ansätzen:
- Symptomatische Methoden lindern nur die von einer Bakerzyste hervorgerufenen Beschwerden
- kausale Therapie zielt auf die eigentliche Ursache der Erkrankung ab.
Nicht jede Bakerzyste muss behandelt werden. Solange sie keine Probleme verursacht, kann man auch abwarten.
Ruptur der Bakerzyste In der herkömmlichen Medizin erfolgt bei einer Ruptur eine konservative Therapie. Das Hochlagern des betroffenen Beins und die Wärmebehandlung von Kniekehle und Unterschenkel stehen im Vordergrund. Zudem werden nicht-steroidale Antirheumatika verabreicht — Medikamente gegen entzündlich-rheumatische Erkrankungen. Damit der Druck aber gar nicht erst zu groß wird, kann mit entsprechenden Übungen die Kniekehle entlastet und gleichzeitig anderen Knieschädigungen vorbeugt werden.
Therapie mit Medikamenten
Für die medikamentöse Behandlung einer Bakerzyste wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt.
Physiotherapie
Verschiedene physiotherapeutische Maßnahmen helfen, die Symptome einer Bakerzyste zu lindern. So gibt es etwa spezielles Kraft- und Beinachsentraining oder auch Wassertraining – Methoden, die gelenkschonend helfen, die Muskulatur rund um das Kniegelenk zu kräftigen und die Reizsituation zu reduzieren. Allerdings muss, abhängig von der Grunderkrankung, immer erst ärztlich abgeklärt werden, ob eine Physiotherapie in Frage kommt.
Quellen:
- Grosser Marian, Bakerzyste, 26.05.2016, URL: www.netdoktor.de/krankheiten/bakerzyste, Abruf am: 16.11.2021