Muskelatrophie
Als Muskelatrophie bezeichnet man die Abnahme von Muskelgewebe beziehungsweise Muskelquerschnitt. Sie kann einzelne Muskeln oder größere Teile der Muskulatur betreffen und unterschiedliche Ursachen haben.
Inhaltsverzeichnis
Ursachen
Muskelatrophie kann unter anderem durch längere Inaktivität, Immobilisation, Erkrankungen oder eine unzureichende Belastung der Muskulatur entstehen. Auch neurologische Erkrankungen können zu Muskelabbau führen.
Inaktivität
Wird ein Muskel über längere Zeit deutlich weniger belastet, passt er sich an den geringeren Bedarf an. Bettruhe, Ruhigstellung nach Verletzungen oder längere Phasen sehr geringer körperlicher Aktivität können deshalb den Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft fördern.
Alter und Sarkopenie
Altersbedingte Veränderungen der Muskulatur werden häufig im Zusammenhang mit Sarkopenie betrachtet. Sarkopenie umfasst insbesondere den Verlust von Muskelkraft und Muskelmasse und ist nicht mit jeder Form einer Muskelatrophie gleichzusetzen.
Krafttraining
Regelmäßiges Krafttraining setzt einen Erhaltungs- beziehungsweise Aufbaureiz für die Muskulatur. Nach Phasen der Inaktivität sollte die Belastung schrittweise an die aktuelle Leistungsfähigkeit angepasst werden.
Ernährung
Eine ausreichende Energie- und Proteinzufuhr unterstützt den Erhalt von Muskelgewebe. Ernährung allein kann einen fehlenden mechanischen Trainingsreiz jedoch nicht vollständig ersetzen.
Muskelatrophie und Frailty
Ein Verlust von Muskulatur und Kraft kann die körperliche Funktion beeinträchtigen und im höheren Lebensalter zur Entwicklung von Frailty beitragen.
Wann abklären?
Ein unerklärlicher, rascher oder einseitiger Muskelabbau sowie Muskelverlust zusammen mit deutlicher Schwäche, neurologischen Symptomen oder unbeabsichtigtem Gewichtsverlust sollte medizinisch abgeklärt werden.