Tipps zur Sport und Ernahrung bei Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit) von www.bleibfit.it

Sport und Ernährung bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Beschreibung und Ursachen

Unter Diabetes mellitus versteht man eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Steigt die Blutzuckerkonzentration bei einem gesunden Menschen über das Normalmaß hinaus an, so wird das Hormon Insulin ausgeschüttet. Dies führt zu einer vermehrten Einschleusung von Blutglukose in die Zellen. Dort wird der Zucker entweder verbraucht oder in Form von Fett gespeichert. Außerdem verhindert das Insulin, dass das Leberglykogen freigesetzt wird und dass Glukose aus Spaltprodukten wie Laktat und Glyzerin produziert (Glukoneogenese) wird. Bei Diabetes mellitus ist dieser Vorgang gestört.

Es gibt zwei Formen mit unterschiedlicher Verbreitung:

Diabetes mellitus Typ 1 (5%)

Es besteht ein absoluter Mangel an Insulin infolge einer Zerstörung der Insulinproduzierenden Betazellen in den Langerhans’chen Inseln des Pankreas (Bauchspeicheldrüse). Die genaue Ursache ist nicht bekannt, es werden eine Virusinfektion oder autoimmun-allergische Prozesse vermutet.

Diabetes mellitus Typ 2 (95%)

Es besteht ein relativer Insulinmangel. Das Problem ist die Insulinsensibilität der Zellen. Die Muskelfasern reagieren nicht mehr auf das Hormon. Dies führt wiederum zu einer verstärkten Insulin­ausschüt­tung aus der Bauchspeicheldrüse (Hyperinsulinämie). Vom Typ-2-Diabetes spricht man dann, wenn die kompensatorische Insulinausschüttung nicht mehr in der Lage ist, den Blutzucker innerhalb normaler Grenzen zu halten. Die Bauchspeicheldrüse hält der ständigen Dauer­belastung irgendwann nicht mehr stand und stellt die Insulinproduktion schließlich ganz ein. So kann es auch bei einem Typ-2-Diabetes zu einem absoluten Insulinmangel kommen. Bei Diabetes mellitus Typ 2 ist die Stoffwechselregulation vor allem im Bereich des metabolisch hoch aktiven abdominalen Fettgewebes (Viszeralfett) gestört. Weitere auslösende Faktoren können neben einer genetisch bedingten Veranlagung, Fehlernährung und Bewegungs­mangel sein. Meist führt eine Kombination dieser Risiken zum Ausbruch der Krankheit.

Symptome

Die (Früh-)Symptome sind:

  • Müdigkeit und Muskelschwäche
  • Starker Wasserverlust, starker Durst
  • Gewichtsabnahme
  • Abwehrschwäche gegenüber Infektionen

Im weiteren Verlauf der Erkrankung verschlechtert sich die Kohlenhydratverwertung zunehmend. Es kommt zu einer vermehrten Verwertung von Fetten und die Blutfettkonzentration steigt an. Dies stellt ein erhöhtes Arterioskleroserisiko dar. Da die Kohlenhydratverwertung schlechter abläuft und die Fette jedoch nur in einem gut funktionieren Stoffwechsel verbrannt werden können, kommt es zur Bildung von Ketonkörpern wie Aceton. Dieser typische Acetongeruch (Geruch wie „Nagellack­entferner“) ist ein Hinweis auf einen schlecht eingestellten Stoffwechsel.

Ziele des Sport- und Ernährungsprogramms

  • Stoffwechselanregung
  • Gewichtsreduktion

Maßnahmen

Bei Auftreten der oben genannten Symptome ist auf jeden Fall ein Arzt aufzusuchen und sämtliche Maßnahmen sind mit ihm abzustimmen!

Die wichtigste Maßnahme bei Diabetes mellitus Typ 2 ist die Änderung der Lebensweise, insbesondere die Anpassung der Bewegungsaktivität und die Verbesserung des Ernährungs­verhaltens. Gerade zu Beginn einer Erkrankung kann man die medikamentöse Therapie auf Jahre hinaus verzögern oder komplett verhindern.

Sport und Bewegung

Prinzipiell ist jede Form körperlicher Aktivität, unabhängig von Dauer oder Intensität, zur Verbes­serung der Stoffwechsellage des Diabetikers geeignet. Das Ausmaß und die Art des Trainings sind in erster Linie vom Alter, von der bisherigen Sportaktivität, vom Körpergewicht und evtl. Begleit­erkrankungen abhängig. Wegen seiner positiven Auswirkungen auf den Stoffwechsel eignet sich ein Ausdauertraining besonders gut für Diabetiker.Hierbei ist die Regelmäßigkeit äußerst wichtig. Optimal ist ein tägliches Training.

Für die meisten Typ-2-Diabetiker ist mit dem Sport kein Risiko verbunden. Gerade die durch die sportliche Aktivität erzielte Gewichtsreduktion und die Stoffwechselanregung erzielen sehr gute Effekte auf den Krankheitsverlauf. Über die Hälfte aller Diabetiker können allein durch sportliches Training ihren Blutzucker ausreichend senken.

Ernährung

Die Grundlage der ausgewogenen Ernährung sollte bei Diabetikern vorrangig Gemüse und Salate, Getreideprodukte (möglichst nur grob geschrotet oder aus dem ganzem Korn), Hülsenfrüchte, Nüsse sowie Obst, Milchprodukte (naturbelassen), Fisch, mageres Fleisch, Geflügel und hochwertige pflanzliche Öle bilden.

Dabei sollte folgendes beachtet werden:

  • Fettaufnahme: Die Fettzufuhr sollte vorrangig aus pflanzlichen Quellen oder aus Milch bzw. Fisch stammen. Es sollte nur wenig an gesättigten und Transfetten konsumiert werden (insbesondere enthalten in tierischen Produkten wie z.B. Wurst, Fleisch und industriellen Backwaren).
  • Kohlenhydrataufnahme: Die Auswahl der kohlenhydratreichen Lebensmittel sollte möglichst ballaststoffreich sein und einen niedrigen glykämischen Index haben. Die Menge, Art und Ver­teilung der kohlenhydratreichen Lebensmittel sollte (unter Berücksichtigung der Medikamente/ Insulin) so gewählt werden, dass es zu einer guten Blutzuckereinstellung kommt.
  • Die Ballaststoffzufuhr sollte idealerweise bei ca. 30 Gramm pro Tag liegen. Zwei Obst- und mindestens drei Salat- oder Gemüseportionen, häufig Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte (aus möglichst ganzem Korn) helfen, den Bedarf zu decken.
  • Bei Diabetikern mit einer Nierenschädigung ist auf eine moderate Protein­zufuhr zu achten (ca. 0,8 g./kg Körpergewicht/Tag).
  • Auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind ein wesentlicher Bestandteil ausgewogenen Ernährung; die Empfehlungen für die tägliche Aufnahme unterscheiden sich für Diabetiker nicht von jener für gesunde Erwachsene.

Für weitere Tipps und Informationen zu Sport und Ernährung stehe ich gerne zur Verfügung. Ich berate kostenlos und unverbindlich.

Stefan Leitner
Dipl. Sport- und Fitnesstrainer, Personal Trainer, Medizinischer Fitness- und Rückentrainer
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